ELINAS

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Zentrum für Literatur und Naturwissenschaft

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Ist Physik poetisierbar? Gibt es eine Rhetorik physikalischer Sprache? Naturwissenschaft und Literatur sind zwei Pole der Weltbetrachtung und Weltdarstellung, die im Rahmen der modernen funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft stark auseinandergetreten sind. Gleichzeitig tragen beide Diskurse zum Verständnis und zur Bewältigung von gegenwärtigen und zukünftigen Problemen bei. Die Technologien und Weltbilder, die durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse geprägt und vielfach in den Rang von Leitmythen eingetreten sind, bestimmen menschliche Lebenswelten und sind daher von enormer kultureller Relevanz.

Mit der ästhetischen Gestaltung der geistigen Signaturen ihrer Zeit fungiert Literatur als ein Interdiskurs, der funktional ausdifferenzierte Wissensbereiche an lebensweltliche Horizonte rückbindet. Gerade gegenwärtig erscheinen zu physikalischen Themen so viele sachlich fundierte und hoch reflektierte literarische Texte wie nie zuvor. Sie überführen physikalisches Wissen aus mathematisch-symbolischen in sprachlich-polyvalente Darstellungsformen, indem sie es dialogisieren, narrativieren und an den kulturellen Gesamthorizont rückkoppeln.

Dementsprechend beginnen in jüngster Zeit auch die Sprach- und Literaturwissenschaften, Verfahren der Diskursivierung und narrativen Modellierung naturwissenschaftlicher Theorien zu untersuchen. Die Naturwissenschaft ihrerseits besinnt sich immer stärker auf die sprachliche Verfasstheit ihrer Forschung sowie auf deren gesamtkulturelle Dimensionen: So fragt sie nach der erkenntnisleitenden Kraft von Metaphern ("Feld", "Raumzeit", "Supersymmetrie") und den kommunikativen Bedingungen, die über Ziele, Prioritäten und ethische Grenzen des Forschens entscheiden.  Zur Untersuchung naturwissenschaftlicher Begriffsbildung bedarf es der Kompetenzen der Sprach- und Literaturwissenschaft sowie der Wissenschaftstheorie, während für die Analyse der Transformation physikalischen Wissens in Literatur die physikalische Perspektive vonnöten ist. Hierfür eröffnet ELINAS eine Plattform: Es will das Forschungsfeld historisch und systematisch erschließen, indem es die kultur- und naturwissenschaftlichen Kompetenzen bündelt, die an den Departments der Antragstellenden verfügbar sind. Die große Herausforderung des EFP liegt darin, aus den hochdifferenzierten, methodisch kontrollierten Spezialdiskursen beider Expertenkulturen einen gemeinsamen systematischen Zugang zu entwickeln.

Für weitere Informationen: http://elinas.fau.de/.